War man vor 10 Jahren noch uncool wenn man am Wochenende ans Wasser fuhr, so ist man dafür heute angesehen.
Wer damals der angelnde Eigenbrütler war, ist heute ein Urban Street Fisher geworden. Gänzlich gesellschaftlich akzeptiert, ähnlich wie Jagen und Golfen fast schon elitär geworden ist unser Hobby.
Die Eleganz des Kopfkinos, welches uns das Bild eines Fliegenfischers im Kanadischen Fluß zeigt, neben Grizzlys und Tannenwäldern den Lachsen nachstellend, nicht um sie zu töten, sondern um den Jagdtrieb zu stillen, den Fisch schonend zurückzusetzen ( Catch & Release auf Neudeutsch) und anschließend im Audi Q7 Quattro den Weg zurück in die Großstadt zu finden. Das ist Angeln in der Gesellschaft heute.
Dieses Bild wird noch ergänzt vom verwegenen Hipster Urban Street Fisher, welcher mit seinem Jutebeutel und einer möglichst alt aussehenden Angel auf seinem Singlespeedbike durch die Hafencity cruised, um auch dem letzten Anzugspießer zu zeigen, dass er frei ist, weil er im Hafenbecken angeln kann, während 2 Stockwerke über ihm die Unternehmensberater im Anzug am Schreibtisch schwitzen.
Angeln als Statussymbol, um den Großstadtyuppies zu zeigen, dass man etwas richtig macht, denn man hat trotz der Hektik im Alltag noch Zeit zum Angeln! Ha! Gewonnen!
Dass man nebenbei vielleicht was fängt ist ein netter Nebeneffekt.
Dieses neue Image des Angelns haben sich alle zu Nutzen gemacht.
Die Hersteller bringen Produkte auf den Markt, welche nur noch als Prestige-Objekt verkauft werden. Rute und Rolle für 2000€ sind keine Seltenheit mehr.
Fernsehsendungen ohne Ende werden ausgestrahlt.
DMAX bringt mit Auwa Tiemann ein "Norddeutsches Original á la Jan Fedder", der Fischbrötchen essend Aale am Nord-Ostsee Kanal angelt, Zander im Hamburger Hafen fängt und nebenbei noch die meisten Forellen am Put-and-Take-See herauszieht.
Jörg Strehlow, auch der Zanderpapst genannt, bringt die Faulenzer-Methode hervor, eine Angelmethode totsicher für Zander und vergibt seitdem Guidings für 200€ Pro Person. Bei 8 Teilnehmern kein schlechter Stundenlohn.
Das Internet ist voll mit Videos von Angelpromis ( tatsächliche Berufsangler)
welche Clips machen, in welchen sie mit einem 8000€ Boot mit Echolot und Hochsitz auf den neuen Illex Wobbler für 25€/Stk Barsche fangen.
Die Medien vermitteln einem das Bild, dass Barsche heutzutage nicht mehr auf Mepp´s Spinner und Effzett-Blinker beißen.
Eine Ausnahme versucht hierbei Der Angelredakteuer Matze Koch ( Fisch & Fang) zu bilden.
Videos ohne Fang, viele Beschreibungen von Natureinflüssen, Standortwahl, und die Philosophie, dass man keine 1000 € benötigt um Karpfen zu fangen, lassen ihn im Vergleich zu anderen sehr sympathisch wirken. Natürlich hat er dabei auch seine Greys Wathose an und benutzt den Gaskocherwindschutz, welcher ja ach so praktisch ist und welchen man nie missen sollte. Aber er geht da nicht so sehr drauf ein und betont, dass es auch anders geht.
Das Internet ist zu voll von 1,40m Hechten gefangen von arroganten Markensklaven.
Ich möchte meinen Teil dazu beitragen und zeigen, dass man auch heute noch auf Köder unter 10€/Stk. Fische über 10cm fängt und dass man nicht alles machen muss, was Strehlow, Tiemann und DMAX uns versuchen beizubringen.
Dieser Blog soll als Angeltagebuch für mich selbst und euch dienen und natürlich werde ich auch das ein oder andere Produkt, Techniken und Rezepte online stellen, von welchem ich überzeugt bin.
Viel Spaß beim lesen
Heino
Daumen hoch! Bin schon gespannt. Dein Intro gefällt mir!
AntwortenLöschenSehr Nice! Weiter so!
AntwortenLöschengreez phil
Um das nachvollziehen zu können, muss man das Hobby Angeln ... angelnanzug.blogspot.de
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