Es ist nicht immer der Fisch, der entscheidet ob die Zeit am Wasser es wert war.
Zum einen ist es vielleicht der Ausgleich vom Alltagsstress, das langersehnte Angelwochenende, zum anderen aber vielleicht auch die Nähe zur Natur, welche ja gerade für mich als eigentliches Dorfkind aber nun Neu-Großstädter immer seltener wird, die mich immer wieder ans Wasser treibt!
An meinen herausragenden Fängen liegt es mit Sicherheit nicht ;)
Doch was ich brauche um auch trotz Beißflaute die Motivation zu behalten, nicht gleich wieder alle Rute einzuholen und nach Hause ins Warme Wohnzimmer auf die Couch zu fahren, sind 3 Grundbedürfnisse:
-Hunger
-Durst
-Wärme
Wenn ich hungrig am Wasser sitze, bin ich der erste der einpackt.
Ähnlich verhält es sich bei Durst.
Aber es gibt nichts, wirklich NICHTS was schlimmer ist, als am Wasser zu frieren.
Hierzu eine kleine Anekdote von vorletzter Woche:
Ich sitze mit Seppel in der Kneipe und es ist nicht das erste Bier, welches wir trinken.
Wir unterhalten uns am Tresen über genau dieses Thema Kleidung am Wasser und Seppel bezieht plötzlich den ahnungslosen und völlig unvorbereiteten und Barkeeper zusammenhangslos mit ein:
"Aber DU musst doch auch zugeben, dass wenn man Zwiebeltechnik an der Backe hat, die Sache mehr als geil ist!"
Es folgen verwirrte Blicke, sowohl vom Barkeeper als auch von mir. Nur Seppel schaut siegessicher in die Runde und sucht Bestätigung. Ich hoffe er schlägt mich nicht für diese Geschichte auf seine Kosten. Das nächste Bier geht auf mich ;-) .
Was er nämlich sagen wollte, war gar nicht so doof.
Viele dünne Schichten haben bei mir schon einige Angeltage gerettet.
Ich ziehe meistens 1 dicke Jeans, gefolgt von einer zweiten etwas weiter geschnittenen Hose an. Darüber kommt dann noch je nach Aussentemperatur meine Kochhose ( ähnlich wie Bäckerhosen eine Stoffhose aus strapazierfähiger Baumwolle) oder eine Jogginghose.
Obenrum genau das gleiche: T-Shirt, Longsleeve, dünner Pullover, dicker Pullover, Dicke Jacke, Regenjacke.
Bei Bedarf lasse ich einzelne Schichten weg. So kann ich vor allem, wenn der Tag sich noch erwärmt oder der erwartete Regen ausbleibt, schnell und einfach die Jogginghose weglassen oder eine Jacke ausziehen am Wasser.
Natürlich ist das keine neue Erfindung, aber es spart schon einige Euros, die manch einer in eine teure Regen-Gore-Tex-GPS-Peilsender-Leuchtmittel-Sicherheits-Ganzkörper-Kombo steckt, um in der Innenstadt am Alsterarm von 1000 Passanten bei der gefährlichen Mission Barsche zu streetfishen komisch angeguckt zu werden.
Da hilft es oft mehr, sich ne dreckige Jogginghose anzuziehen, etwas grimmig zu schauen und der Publikumsverkehr bleibt nahezu gänzlich aus und man macht sich nicht so sehr zum Affen.
Auf ein paar schöne Spätherbst-Tage!