Ich hatte eine hohe Frequenz versprochen an Beiträgen!
Leider kann ich diese im Moment nicht halten, da ich weder zum angeln, noch zum schreiben komme!
Deshalb wünsche ich euch auf diesem Weg erstmal schöne Weihnachten und ein Frohes Naues Jahr, in welchem wir dann wieder voll durchstarten werden!
Bis dahin genießt noch die letzten Raubfischbisse!
Liebe Grüße!
Heino
Samstag, 14. Dezember 2013
Mittwoch, 13. November 2013
Was macht einen gelungenen Angeltag aus?
Was braucht man alles, damit der Tag ein Erfolg wird?
Es ist nicht immer der Fisch, der entscheidet ob die Zeit am Wasser es wert war.
Zum einen ist es vielleicht der Ausgleich vom Alltagsstress, das langersehnte Angelwochenende, zum anderen aber vielleicht auch die Nähe zur Natur, welche ja gerade für mich als eigentliches Dorfkind aber nun Neu-Großstädter immer seltener wird, die mich immer wieder ans Wasser treibt!
An meinen herausragenden Fängen liegt es mit Sicherheit nicht ;)
Doch was ich brauche um auch trotz Beißflaute die Motivation zu behalten, nicht gleich wieder alle Rute einzuholen und nach Hause ins Warme Wohnzimmer auf die Couch zu fahren, sind 3 Grundbedürfnisse:
-Hunger
-Durst
-Wärme
Wenn ich hungrig am Wasser sitze, bin ich der erste der einpackt.
Ähnlich verhält es sich bei Durst.
Aber es gibt nichts, wirklich NICHTS was schlimmer ist, als am Wasser zu frieren.
Hierzu eine kleine Anekdote von vorletzter Woche:
Ich sitze mit Seppel in der Kneipe und es ist nicht das erste Bier, welches wir trinken.
Wir unterhalten uns am Tresen über genau dieses Thema Kleidung am Wasser und Seppel bezieht plötzlich den ahnungslosen und völlig unvorbereiteten und Barkeeper zusammenhangslos mit ein:
"Aber DU musst doch auch zugeben, dass wenn man Zwiebeltechnik an der Backe hat, die Sache mehr als geil ist!"
Es folgen verwirrte Blicke, sowohl vom Barkeeper als auch von mir. Nur Seppel schaut siegessicher in die Runde und sucht Bestätigung. Ich hoffe er schlägt mich nicht für diese Geschichte auf seine Kosten. Das nächste Bier geht auf mich ;-) .
Was er nämlich sagen wollte, war gar nicht so doof.
Viele dünne Schichten haben bei mir schon einige Angeltage gerettet.
Ich ziehe meistens 1 dicke Jeans, gefolgt von einer zweiten etwas weiter geschnittenen Hose an. Darüber kommt dann noch je nach Aussentemperatur meine Kochhose ( ähnlich wie Bäckerhosen eine Stoffhose aus strapazierfähiger Baumwolle) oder eine Jogginghose.
Obenrum genau das gleiche: T-Shirt, Longsleeve, dünner Pullover, dicker Pullover, Dicke Jacke, Regenjacke.
Bei Bedarf lasse ich einzelne Schichten weg. So kann ich vor allem, wenn der Tag sich noch erwärmt oder der erwartete Regen ausbleibt, schnell und einfach die Jogginghose weglassen oder eine Jacke ausziehen am Wasser.
Natürlich ist das keine neue Erfindung, aber es spart schon einige Euros, die manch einer in eine teure Regen-Gore-Tex-GPS-Peilsender-Leuchtmittel-Sicherheits-Ganzkörper-Kombo steckt, um in der Innenstadt am Alsterarm von 1000 Passanten bei der gefährlichen Mission Barsche zu streetfishen komisch angeguckt zu werden.
Da hilft es oft mehr, sich ne dreckige Jogginghose anzuziehen, etwas grimmig zu schauen und der Publikumsverkehr bleibt nahezu gänzlich aus und man macht sich nicht so sehr zum Affen.
Auf ein paar schöne Spätherbst-Tage!
Montag, 11. November 2013
Dummheiten in der Kindheit! ODER: Selbstzerstörung, Teil 1 !
Im nun folgenden Bericht werde ich euch eine kleine Auflistung von tatsächlichen Dummheiten geben, welche ihr oder eure Kinder besser nicht wiederholt, oder ihr definitiv mal versuchen solltet ;)
Dummheit Nummer 1:
Wie man 5000 Tauwürmer bei Ebay kauft, und meint man kann sie im Keller in der selbstgebauten Wurmfarm verstecken, ohne dass die Eltern etwas merken!
Eskalationsfaktor: sehr hoch :D
Spaßfaktor: geringer als erwartet
Spaßfaktor 10 Jahre später: enorm!
Dummheit Nummer 2:
Eine kleine Au in Unewatt bei Langballig in ihrem Lauf verfolgen bis zur Ostsee, weil man glaubt sie könnte irgendwo doch tiefer sein als 10 cm.
Zeitaufwand: etwa 12 Stunden
Gepäck: ALLES was man zum angeln hat, um für jede Situation gewappnet zu sein.
Kuhkontakte: einige
Fische: 0
Selbstzerstörung Nummer 1:
Bei Orkan auf einem Kutter:
Morgens 7 Uhr im Hafen von Bordesholm. Der Kapitän verkündet dass wir nicht auslaufen können, aufgrund zu starken Windes. 7:30 Uhr Abfahrt nach längerer Beratung.
Was folgt sind die schlimmsten 10 Stunden meines Lebens. Todesangst wird nach einiger Zeit egal, weil man sich sicher ist, das Ufer nichtmehr lebend zu erreichen. Während Johnny, Peter und ich leise wimmernd mit dem Kopf auf dem Tisch dem schnellen Tod entgegensehnen schafft es nur Seppel für etwa 10 Minuten die Rute ins Wasser zu halten.
Gardinen Parallel zum Schiffsboden lassen das Wetter nicht sympathischer werden und so beschließen wir, nie wieder ein Schiff zu betreten, welches wir nicht selbst steuern :)
Pfingsten 2003 oder Der Angelhaken in der Lippe:
Am Südensee in Sörup wollen wir unsere Pfingstferien verbringen. Wir sind etwa 5-6 Jungs um die 14 und geplant waren 4 Tage Ansitzangeln.
An Tag 3 ohne nennenswerten Fang abgesehen von einigen Rotaugen und Brassen holt Johnny mit der Grundrute zum Gewaltwurf aus und hakt auch prompt und sicher im Mundwinkel. Nur leider hat es nicht den Fisch sondern mich erwischt, so dass ich einen superscharfen 6er Goldhaken im Mund hängen habe. Johnny lässt die Rute fallen, was nicht unbedingt zur Genesung beiträgt und ein Russe erscheint aus dem nichts, welcher ohne zu fragen helfen möchte und wie ein bekloppter anfängt an meiner Lippe zu zerren. Nachdem wir ihn zum Glück verscheucht haben gehen wir also zum DLRG Stand des Freibades und die Jungs rufen einen Krankenwagen und meine Eltern.
Mein Vater (Zahnarzt) erscheint etwa 4 Minuten nach dem Krankenwagen, als ich schon sicher verpackt auf einer Liege Richtung Auto gerollt werde:
" NIX! Der Junge muss da wieder raus! Der ist Privatversichert! Das mach ich selbst!".
Verdutzte Blicke des Arztes folgen.
Nach einigem Hin und her wird meinem Vater dann doch die nötige Kompetenz angerechnet, das Problem selbstständig zu lösen und wir fahren in seine Praxis.
Wieder eine Geschichte mehr zu erzählen ;)
Sonntag, 10. November 2013
Meine Angelmethoden am Kanal! Naturköder sind Pflicht!
Ich habe eine Macke, ich vertraue nämlich keinen Gummifischen.
Natürlich habe ich ein paar Kopytos immer am Wasser dabei und ich habe auch darauf schon meine Barsche und kleinere Alsterzander gefangen, aber wenn ich nicht direkt im Elbhafen stehe, versuche ich an der Alster den Gummifisch zu vermeiden!
Bei Kunstködern greife ich tatsächlich nach wie vor am liebsten auf den ganz klassischen Effzett-Blinker in 16gr. zurück. Parallel montiere ich eine Rute mit einer Laufpose, entweder um auf ALLES zu angeln mit Wurm in Grundnähe, oder aber als Köderfischpose auf Hecht.
Die Durchschnittstiefe der Kanäle liegt meistens bei 1,20-2m weshalb ich relativ kurze Rute fische.
Oft kommt es aber vor, dass weder auf den Blinker noch auf Spinner, Wobbler und Co nichts beißt.
Hier beginnt die Zeit für mein Naturköder-Dropshot System.
Ich stelle mein Dropshot-Blei ungefähr 20cm unter dem Haken ein, und montiere einen einzelnen fetten Tauwurm, welchen ich ein langes Stück vom Haken hängen lasse.
Der Haken ist recht groß, meist 2/0. Damit verhindere ich Weißfischbeifang.
Barsche und Zander saugen sich den Wurm eh direkt komplett rein, weshalb der große Haken die Fehlbissrate auf diese Fische kaum erhöht.
Ausserdem ist der große Haken meist leichter aus dem Fischmaul zu entfernen, da er nicht so tief geschluckt wird.
Eine Sache noch zum Dropshot-Vorfach:
Ich verwende dünnes Fluorocarbon, aber jede normale monofile Schnur tut es in der trüben Alster auch.
den Haken ziehe ich einfach nur auf und befestige ihn mit zwei Stahlhülsen, damit er mehr Spiel hat, als wenn ich ihn festknote. So kann der Wurm sich auch horizontal um die eigene Achse drehen.
Das Blei lasse ich meist auf der Stelle liegen und zupfe dann nur in die lose Leine rein, damit der Wurm sich in der Strömung langsam bewegt. Beißt nach 15-20 Sekunden kein Fisch ziehe ich das Blei rapide 1-2 Meter weiter und versuche mein Glück erneut.
Ich halte nichts davon, das Blei langsam mit über den Boden zu schleifen, da ich dadurch viel Schlick aufwirbele oder die Hängerrate erhöht wird. In der Alster liegt allerhand Schrott wie Einkaufswagen, Teppiche, Fahrräder oder Baugerüste. Diese umgehe ich mit dem Blei im Freiwasser leichter.
Mit dieser Methode bin ich immer flexibel und kann meine Standorte schnell absuchen und gegebenenfalls wechseln, ich habe keine Rutenständer, keinen Stuhl oder ähnliches dabei. Wenig Gepäck, eine vormontierte KöFi-Rute und eine Kunstköder und Dropshot Rute sind schnell eingepackt und man kann weiterziehen.
Lieben Gruß
Heino
Natürlich habe ich ein paar Kopytos immer am Wasser dabei und ich habe auch darauf schon meine Barsche und kleinere Alsterzander gefangen, aber wenn ich nicht direkt im Elbhafen stehe, versuche ich an der Alster den Gummifisch zu vermeiden!
Bei Kunstködern greife ich tatsächlich nach wie vor am liebsten auf den ganz klassischen Effzett-Blinker in 16gr. zurück. Parallel montiere ich eine Rute mit einer Laufpose, entweder um auf ALLES zu angeln mit Wurm in Grundnähe, oder aber als Köderfischpose auf Hecht.
Die Durchschnittstiefe der Kanäle liegt meistens bei 1,20-2m weshalb ich relativ kurze Rute fische.
Oft kommt es aber vor, dass weder auf den Blinker noch auf Spinner, Wobbler und Co nichts beißt.
Hier beginnt die Zeit für mein Naturköder-Dropshot System.
Ich stelle mein Dropshot-Blei ungefähr 20cm unter dem Haken ein, und montiere einen einzelnen fetten Tauwurm, welchen ich ein langes Stück vom Haken hängen lasse.
Der Haken ist recht groß, meist 2/0. Damit verhindere ich Weißfischbeifang.
Barsche und Zander saugen sich den Wurm eh direkt komplett rein, weshalb der große Haken die Fehlbissrate auf diese Fische kaum erhöht.
Ausserdem ist der große Haken meist leichter aus dem Fischmaul zu entfernen, da er nicht so tief geschluckt wird.
Eine Sache noch zum Dropshot-Vorfach:
Ich verwende dünnes Fluorocarbon, aber jede normale monofile Schnur tut es in der trüben Alster auch.
den Haken ziehe ich einfach nur auf und befestige ihn mit zwei Stahlhülsen, damit er mehr Spiel hat, als wenn ich ihn festknote. So kann der Wurm sich auch horizontal um die eigene Achse drehen.
Das Blei lasse ich meist auf der Stelle liegen und zupfe dann nur in die lose Leine rein, damit der Wurm sich in der Strömung langsam bewegt. Beißt nach 15-20 Sekunden kein Fisch ziehe ich das Blei rapide 1-2 Meter weiter und versuche mein Glück erneut.
Ich halte nichts davon, das Blei langsam mit über den Boden zu schleifen, da ich dadurch viel Schlick aufwirbele oder die Hängerrate erhöht wird. In der Alster liegt allerhand Schrott wie Einkaufswagen, Teppiche, Fahrräder oder Baugerüste. Diese umgehe ich mit dem Blei im Freiwasser leichter.
Mit dieser Methode bin ich immer flexibel und kann meine Standorte schnell absuchen und gegebenenfalls wechseln, ich habe keine Rutenständer, keinen Stuhl oder ähnliches dabei. Wenig Gepäck, eine vormontierte KöFi-Rute und eine Kunstköder und Dropshot Rute sind schnell eingepackt und man kann weiterziehen.
Lieben Gruß
Heino
Donnerstag, 7. November 2013
Anglerlatein I : Ein Angeltag am Winderatter See bei Sörup!
Es war ein schöner sonniger Tag im Sommer 2004 als wir uns sehr früh aufmachten um den Winderatter See mal auszuprobieren. Mit dem Auto angekommen wurden die Sachen schnell entladen und Johnnys Mutter fur zusammen mit Johnny wieder nach Hause, weil wir uns schon auf der Hinfahrt um Angelsachen oder was weiß ich was gestritten hatten und er keinen Bock mehr hatte. Also standen Seppel und ich noch ca. 2km vom Angelplatz entfernt auf einem Parkplatz. Beladen mit einem Fahrradanhänger voller Kram, 2 Rutentaschen einige Rucksäcken und diversen Kleinteilen die nirgends Platz gefunden haben. Auf einem Schild hieß es verheißungsvoll " Winderatter See Ostufer 1,9km" --> ).
" LAss uns mal schauen ob wir übers Feld können statt aussen rum zu laufen!" fiel es Seppel ein und wir begannen das Gepäck über einen etwa 2 MEter hohen Weidezaun, der merkwürdig massiv war zu hieven.
Auf der Anderen Seite angekommen bepackten wir uns mit Sachen und liefen frohen Mutes Richtung Wasser, als plötzlich ein ungefähr 2,50m großes Bison vor uns stand und glotzte.
Für alle die nichts mit dem Begriff Bison anfangen können oder es sich noch einmal vor Augen halten möchten:
http://de.wikipedia.org/wiki/Bisons
Wir standen also da und starrten dieses Viech an.
" Beweg dich nicht!" raunzte Seppel mir zu. " Wie denn auch ich bin komplett beladen!" antwortete ich.
Binnen Sekunden entschieden wir uns, doch heldenhaft zu rennen, da noch etwa 20 weitere Bisons heraneilten und SEHR nah kamen.
Am Parkplatz angekommen sahen wir ein weißes Auto. Johnny war zurückgekehrt und half uns über den Zaun. Auf der anderen Seite sahen wir dann auch die Schilder " Achtung Bisonzucht! Lebensgefahr! "
Naja wir waren ja wieder zu dritt, also konnten wir auch den langen Weg nehmen.
Wir kamen also am Wasser an und bauten auf. Es dauerte nicht lange, da bekamen wir wieder Gesellschaft, diesmal jedoch von Jungbullen einer normalen Kuhrasse, welche den Zaun eingerissen hatten und nun durch unsere ausgelegten Angeln rannten.
Nachdem meine Schnur gerissen war sammelte ich meine Rute ein und sah wie Seppel hinter einer Kuh herrannte, diese dadurch noch schneller werden ließ und hörte ihn rufen: " Die hat meine Angel!!"
Er kam ohne Rute zurück und nachdem ich mich totgelacht habe ( Seppel fands in dem Moment nicht sooo witzig) beschlossen wir, die Polizei anzurufen, dass sie den Bauern informieren, dass die Kühe ausgebrochen waren.
" Hallo, Wir sind hier am Winderatter See angeln und erst wollten uns Bisons fressen, dann kamen 20 Jungbullen durch unsere Angelausrüstung gerannt und haben alles mit sich gerissen. Können Sie für uns den Besitzer ausfindig machen?" So in etwa das Telefonat, bei dem die Polizisten sich wohl ziemlich verarscht vorkamen. Sie hielten das ganze für einen Kinderstreich ( Wir waren ja gerademal 13 damals).
Zum Glück kam ein Spaziergänger, welcher den Bauern kannte und so kamen wir letztenendes doch wieder an alle Angelsachen und hatten erstmal genug von Paarhufern jeglicher Art.
" LAss uns mal schauen ob wir übers Feld können statt aussen rum zu laufen!" fiel es Seppel ein und wir begannen das Gepäck über einen etwa 2 MEter hohen Weidezaun, der merkwürdig massiv war zu hieven.
Auf der Anderen Seite angekommen bepackten wir uns mit Sachen und liefen frohen Mutes Richtung Wasser, als plötzlich ein ungefähr 2,50m großes Bison vor uns stand und glotzte.
Für alle die nichts mit dem Begriff Bison anfangen können oder es sich noch einmal vor Augen halten möchten:
http://de.wikipedia.org/wiki/Bisons
Wir standen also da und starrten dieses Viech an.
" Beweg dich nicht!" raunzte Seppel mir zu. " Wie denn auch ich bin komplett beladen!" antwortete ich.
Binnen Sekunden entschieden wir uns, doch heldenhaft zu rennen, da noch etwa 20 weitere Bisons heraneilten und SEHR nah kamen.
Am Parkplatz angekommen sahen wir ein weißes Auto. Johnny war zurückgekehrt und half uns über den Zaun. Auf der anderen Seite sahen wir dann auch die Schilder " Achtung Bisonzucht! Lebensgefahr! "
Naja wir waren ja wieder zu dritt, also konnten wir auch den langen Weg nehmen.
Wir kamen also am Wasser an und bauten auf. Es dauerte nicht lange, da bekamen wir wieder Gesellschaft, diesmal jedoch von Jungbullen einer normalen Kuhrasse, welche den Zaun eingerissen hatten und nun durch unsere ausgelegten Angeln rannten.
Nachdem meine Schnur gerissen war sammelte ich meine Rute ein und sah wie Seppel hinter einer Kuh herrannte, diese dadurch noch schneller werden ließ und hörte ihn rufen: " Die hat meine Angel!!"
Er kam ohne Rute zurück und nachdem ich mich totgelacht habe ( Seppel fands in dem Moment nicht sooo witzig) beschlossen wir, die Polizei anzurufen, dass sie den Bauern informieren, dass die Kühe ausgebrochen waren.
" Hallo, Wir sind hier am Winderatter See angeln und erst wollten uns Bisons fressen, dann kamen 20 Jungbullen durch unsere Angelausrüstung gerannt und haben alles mit sich gerissen. Können Sie für uns den Besitzer ausfindig machen?" So in etwa das Telefonat, bei dem die Polizisten sich wohl ziemlich verarscht vorkamen. Sie hielten das ganze für einen Kinderstreich ( Wir waren ja gerademal 13 damals).
Zum Glück kam ein Spaziergänger, welcher den Bauern kannte und so kamen wir letztenendes doch wieder an alle Angelsachen und hatten erstmal genug von Paarhufern jeglicher Art.
Ordnung halten und Materialoptimierung
Wer mich ein wenig kennt, wird über diesen Artikel vielleicht lachen. Ich war schon immer unordentlich und faul. Ich habe bis heute nicht verstanden, wie man Zeit damit verbringen kann, Dinge zu ordnen oder zu archivieren.
Anders beim Angeln, das habe ich in Hamburg gelernt.
Früher hat es 10 Minuten gedauert und der Angelplatz war eine Müllhalde von 45m² Fläche auf dem Taschen Proviant, Zelt, Angeln und Rollen verstreut lagen ( vielleicht ein weiters Indiz warum wir heute mehr fangen? Der Köder fängt schließlich im Wasser, nicht wenn man danach sucht!). Natürlich haben wir alles sauber hinterlassen, aber das zusammenpacken hat dann auch 2 Stunden gedauert.
Ausserdem hatten wir immer ALLES dabei.
Heute gehe ich anders angeln. Ich habe eine Umhängetasche in der sich 4 Köderboxen befinden.
Eine fürs Naturköderangeln auf Hecht, in ihr befinden sich Köderfischposen, Stahlvorfächer, Drillinge jeder Große, Treble Sleeves, Crosslocks, Sprengringe Stopper, Ködernadeln, Wirbel und ein paar Bleie.
Eine zum Gummifisch und Dropshot angeln:
Jig-Köpfe, Gummifische und Twister, Dropshotköder und Bleie etwas Fluorocarbon in 2 Stärken und einige Crosslocks ( Ja ich weiß die waren in der Box oben auch).
Dann noch eine Friedfischbox mit leichten Posen, schwereren Grundbleien, wirbeln, Haken, Schrotbleien, Gummistoppern, Perlen und sonstigem Kleinkram.
Zu guter Letzt eine Kunstköderbox mit Spinnern, Blinkern und Wobblern jeder Art inklusive Wirbel, Stahlvorfächern und Crosslocks.
Jede Dieser Boxen lässt sich alleine mit ans Wasser nehmen und ich habe fpr die jeweilige Angelart ALLES dabei. Wenn ich mit meienr Baitcaster-Rute nur ein wenig Spinnfischen möchte nehme ich meine Blinker,Wobblerbox mit und bin fertig ausgerüstet. Wenn ich noch nicht weiß was ich möchte, nehme ich halt alles mit. Aber immer nur diese eine Umhängetasche. Wenn es wirklich lange Ansitze sein sollen, habe ich noch einen kleinen Rucksack für Proviant und Maisdosen, Würmer etc. Werkzeug, Messer, Maßband, Angelschein etc verwahre ich im Deckel der Umhängetasche.
Vorbei sind die Zeiten, dass ich 50 Posen mit ans Wasser genommen habe und mich zwischen 30 Spinnern entscheiden musste.
Das ganze hat mehrere Gründe:
1. Ich fahre mit der Bahn. Ich muss alles mit einem Mal bewegt bekommen und das auch, wenn die Bahn voll ist. Da bin ich mit einer Rutentasche+ einer großen Umhängetasche schon gut bedient. Zumal ich meistens noch meine einteilige Baitcasterrute dabei habe, welche ich auch noch durch die Menge wie eine Lanze tragen muss. Da ist mehr Gepäck einfach nicht drin.
2. Gerade die Alster und ihre Kanäle sind recht schnell abgefischt, vor allem beim Spinnen. MAn muss flexibel bleiben und wenn man merkt dass 30 min nichts gebissen hat, kann man davon ausgehen dass da nicht mehr viel passiert an der BRücke, wo man gerade ist. Dann heißt es Sachen packen und 200 meter weiter ziehen. Wenn man das 20 Mal am Tag macht, ist man froh um jedes Teil, dass man weniger schleppen muss.
3. Weniger Köder = weniger Zweifel: Gerade bei Gummifischen ist es immer wieder Thema welche Farben und Formen man fischen sollte: Low-Action gegen No-Action-Köder. Schaufelschwanz oder nicht? Schockfarben oder naturgetreu? Mit Glitzer oder ohne?
Wer nur einen Gummifisch mitnimmt, muss nicht am Wasser grübeln, sondern hat den Köder im Wasser.
Wenn man auf einen Köder schwört, dann meistens weil man damit auch am meisten angelt!
Lieber bei einer Methode bleiben und die Stellen wechseln wenns nicht läuft, als auf Krampf versuchen an einer Stelle mit viel Gerät doch noch zum Fisch zu kommen. Das ist dabei zumindest mein Anreiz. Karpfenangler werden wahrscheinlich protestieren ;) Deshalb sind auch meist Raubfische meine Zielfische.
Heino
Mittwoch, 6. November 2013
Angeln in Hamburg: Ortsspezifische Grundlagen
Wer in Hamburg angeln möchte, muss sich zunächst informieren. Das Alsterkanalsystem ist teilweise freies Gewässer, teilweise Verpachtet, ebenso Elbe und Bille. Eine genaue Übersicht bekommt ihr hier:
http://www.elbetreff.de/elbe/Angeln/hh_freie/
Hat man nun sein Gewässer gefunden, muss man noch auf die Gezeiten achten. Gerade die Elbe hat sehr starke Gezeiteneinflüsse, welche essenziell bei der Zanderjagd sind. Einige Stellen fangen nur bei auflaufendem Wasser andere nur bei ablaufendem.
Hier orientiere ich mich auf dieser Seite:
http://www.gezeitenfisch.com/
Das drumherum mit Mondzeiten und Fischaktivität halte ich für ziemlichen Quatsch, aber es ist eine nette Orientierung und ich kann mir genau für das Datum an welchem ich angeln möchte mein Zeitfenster aussuchen um Hoch oder Niedrigwasser und daran meine Stelle festmachen. Auch als App fürs Handy wenn man nicht genau weiß wie lange noch bis zum Hochwasser. Sehr nützlich!
Der normale Angelschein kostet in Hamburg 2,50€ und die Jährliche Abgabe beträgt 5€. für 7,50€ kann also jeder Fischereischeinbesitzer an die Elbe.
Liebe Grüße
Heino
http://www.elbetreff.de/elbe/Angeln/hh_freie/
Hat man nun sein Gewässer gefunden, muss man noch auf die Gezeiten achten. Gerade die Elbe hat sehr starke Gezeiteneinflüsse, welche essenziell bei der Zanderjagd sind. Einige Stellen fangen nur bei auflaufendem Wasser andere nur bei ablaufendem.
Hier orientiere ich mich auf dieser Seite:
http://www.gezeitenfisch.com/
Das drumherum mit Mondzeiten und Fischaktivität halte ich für ziemlichen Quatsch, aber es ist eine nette Orientierung und ich kann mir genau für das Datum an welchem ich angeln möchte mein Zeitfenster aussuchen um Hoch oder Niedrigwasser und daran meine Stelle festmachen. Auch als App fürs Handy wenn man nicht genau weiß wie lange noch bis zum Hochwasser. Sehr nützlich!
Der normale Angelschein kostet in Hamburg 2,50€ und die Jährliche Abgabe beträgt 5€. für 7,50€ kann also jeder Fischereischeinbesitzer an die Elbe.
Liebe Grüße
Heino
Noch ein Angel-Blog? Jawoll!
Um das nachvollziehen zu können, muss man das Hobby Angeln heutzutage von Aussen betrachten.
War man vor 10 Jahren noch uncool wenn man am Wochenende ans Wasser fuhr, so ist man dafür heute angesehen.
Wer damals der angelnde Eigenbrütler war, ist heute ein Urban Street Fisher geworden. Gänzlich gesellschaftlich akzeptiert, ähnlich wie Jagen und Golfen fast schon elitär geworden ist unser Hobby.
Die Eleganz des Kopfkinos, welches uns das Bild eines Fliegenfischers im Kanadischen Fluß zeigt, neben Grizzlys und Tannenwäldern den Lachsen nachstellend, nicht um sie zu töten, sondern um den Jagdtrieb zu stillen, den Fisch schonend zurückzusetzen ( Catch & Release auf Neudeutsch) und anschließend im Audi Q7 Quattro den Weg zurück in die Großstadt zu finden. Das ist Angeln in der Gesellschaft heute.
Dieses Bild wird noch ergänzt vom verwegenen Hipster Urban Street Fisher, welcher mit seinem Jutebeutel und einer möglichst alt aussehenden Angel auf seinem Singlespeedbike durch die Hafencity cruised, um auch dem letzten Anzugspießer zu zeigen, dass er frei ist, weil er im Hafenbecken angeln kann, während 2 Stockwerke über ihm die Unternehmensberater im Anzug am Schreibtisch schwitzen.
Angeln als Statussymbol, um den Großstadtyuppies zu zeigen, dass man etwas richtig macht, denn man hat trotz der Hektik im Alltag noch Zeit zum Angeln! Ha! Gewonnen!
Dass man nebenbei vielleicht was fängt ist ein netter Nebeneffekt.
Dieses neue Image des Angelns haben sich alle zu Nutzen gemacht.
Die Hersteller bringen Produkte auf den Markt, welche nur noch als Prestige-Objekt verkauft werden. Rute und Rolle für 2000€ sind keine Seltenheit mehr.
Fernsehsendungen ohne Ende werden ausgestrahlt.
DMAX bringt mit Auwa Tiemann ein "Norddeutsches Original á la Jan Fedder", der Fischbrötchen essend Aale am Nord-Ostsee Kanal angelt, Zander im Hamburger Hafen fängt und nebenbei noch die meisten Forellen am Put-and-Take-See herauszieht.
Jörg Strehlow, auch der Zanderpapst genannt, bringt die Faulenzer-Methode hervor, eine Angelmethode totsicher für Zander und vergibt seitdem Guidings für 200€ Pro Person. Bei 8 Teilnehmern kein schlechter Stundenlohn.
Das Internet ist voll mit Videos von Angelpromis ( tatsächliche Berufsangler)
welche Clips machen, in welchen sie mit einem 8000€ Boot mit Echolot und Hochsitz auf den neuen Illex Wobbler für 25€/Stk Barsche fangen.
Die Medien vermitteln einem das Bild, dass Barsche heutzutage nicht mehr auf Mepp´s Spinner und Effzett-Blinker beißen.
Eine Ausnahme versucht hierbei Der Angelredakteuer Matze Koch ( Fisch & Fang) zu bilden.
Videos ohne Fang, viele Beschreibungen von Natureinflüssen, Standortwahl, und die Philosophie, dass man keine 1000 € benötigt um Karpfen zu fangen, lassen ihn im Vergleich zu anderen sehr sympathisch wirken. Natürlich hat er dabei auch seine Greys Wathose an und benutzt den Gaskocherwindschutz, welcher ja ach so praktisch ist und welchen man nie missen sollte. Aber er geht da nicht so sehr drauf ein und betont, dass es auch anders geht.
Das Internet ist zu voll von 1,40m Hechten gefangen von arroganten Markensklaven.
Ich möchte meinen Teil dazu beitragen und zeigen, dass man auch heute noch auf Köder unter 10€/Stk. Fische über 10cm fängt und dass man nicht alles machen muss, was Strehlow, Tiemann und DMAX uns versuchen beizubringen.
Dieser Blog soll als Angeltagebuch für mich selbst und euch dienen und natürlich werde ich auch das ein oder andere Produkt, Techniken und Rezepte online stellen, von welchem ich überzeugt bin.
Viel Spaß beim lesen
Heino
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